"Aus guter Quelle"

dem Wort Gottes und Jesu auf der Spur –
eine Entdeckungsreise mit allen Sinnen!

Jesus sitzt am Rand des Jakobsbrunnens.
Es ist um die sechste Stunde, das heißt, es ist die heißeste Zeit am Tag.
Er ist allein.
Seine Jünger sind in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu holen.
Da kommt eine Frau, um Wasser zu schöpfen;
dass sie um diese Zeit kommt, ist ungewöhnlich.
Normalerweise holen die Frauen das Wasser morgens oder abends,
wenn es kühler ist.
Jesus spricht die Frau an und bittet sie um Wasser.
Das ist unerhört: Ein jüdischer Mann spricht eine fremde Frau an,
dazu noch eine Feindin.
Die Frau hat den Mut, ihn darauf aufmerksam zu machen.
Jesus antwortet ihr: “Wenn du wüsstest, …wer es ist,
der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten,
und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. (Joh 4, 10)
Da weist ihn die Frau nochmals auf etwas hin:
„Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief.“
Jesus erklärt ihr, was für Wasser er hat:
„… wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde,
wird niemals mehr Durst haben;
vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden,
deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ (Joh 4, 14)
Jesus wendet sich der Frau zu.
Da bittet ihn die Frau um das Wasser, um keinen Durst mehr zu haben.
Jetzt stellt Jesus allerdings eine Forderung:
„Geh, ruf deinen Mann.“
Die Samariterin antwortet: „ Ich habe keinen Mann.“
Jesus gibt ihr recht: „…der Mann, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann.“
Die Frau ist nicht böse über Jesus Antwort.
Sie leugnet nicht, sondern bekennt: „Du bist ein Prophet.
Ich weiß, dass der Messias kommt.“
Da sagt Jesus zu ihr: „Ich bin es, ich, der mit dir spricht.“(Joh 4, 26)
Die Frau eilt in den Ort zurück und verkündet, was sie erlebt hat.
„Viele Samariter aus jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus
auf das Wort der Frau hin.“ (Joh 4, 39)


Bild 1
Ich trage
meinen leeren Krug
durch die Wüste.
Allein.

Ich meide
die anderen Frauen.
Sie lachen
über mein leeres Herz
und mein ödes, dürres Leben.

Heiß brennt die Sonne
aufs trockene Land.
Ich gehe zum Brunnen.
Meinen Krug
werde ich füllen.

Aber wo
stille ich den Durst
meiner Seele?

 

Bild 2
Das hat mir grade noch gefehlt!
Allein wollte ich sein,
um den Blicken zu entfliehen.
Und muss jetzt doch
den Blick eines Menschen
ertragen.

Nicht hinschauen.
Schnell Wasser schöpfen.
Bloß weg hier.

Und jetzt fängt er auch noch
ein Gespräch an…
Er bittet mich um etwas.

Ich habe nichts.
Ich gebe nichts.
Ich habe nichts zu geben.
Ich bin ausgelaugt und leer.

Aber es tut gut,
gebeten zu werden.

 

Bild 3
Du sagst,
du hättest mir etwas zu geben,
wenn ich wüsste,
wer du bist.
Wer bist du?

Du wärst ja der Erste,
den ich bitten darf.
Der Erste,
dem ich offen und gerade heraus
sagen darf,
dass ich etwas brauche.

Du wärst der Erste,
der mir gibt,
wenn ich ihn bitte.
Der Erste, der nicht nur
nimmt, nimmt, nimmt,
bis ich leer und ausgebrannt zurück bleibe.

Du sagst,
du willst mir etwas geben.
Lebendiges Wasser.
Wer bist du?

Bild 4
Du sagst,
ich soll nie mehr Durst haben.
Gibt es das?
Nie mehr Durst?
Nicht wie bisher:
Immer wieder Durst,
immer mehr Durst,
immer mehr Sehnsucht,
nach mehr, mehr, mehr.

Du sagst:
Eine Quelle in mir
wird sprudeln,
unaufhörlich,
lebendig,
ewig.

Eine Quelle,
die ins ewige Leben fließt.
Das will ich!

Gib mir dieses Wasser, Herr!
Ich bitte dich:
Stille meinen Durst!

Bild 5
Die Stunde der Wahrheit.
Offen liegt vor deinem Blick,
was ich vor allen verbergen wollte:
die Leere meiner Seele,
die verzweifelte Sehnsucht,
die Gier nach mehr
und immer mehr.

Das Suchen an tausend falschen Orten.
Die Enttäuschung.
Das Ausgenutzt werden.
Das Jagen nach Liebe,
Anerkennung.

Das gähnende, schwarze Loch in meiner Seele,
offen vor deinem Blick.
Und du verstehst.

Bild 6
Ich brauche den Krug nicht mehr.
Ich habe gefunden,
was den Durst
meiner Seele stillt:
Den Einen,
der weiß,
wer ich bin.
Und der mich
trotzdem
liebt.

Brunnen
Gottes Zusage wollen wir vertrauen:
„… wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde,
wird niemals mehr Durst haben;
vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe,
in ihm zur sprudelnden Quelle werden,
deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ (Joh 4, 14)