"Aus guter Quelle"

dem Wort Gottes und Jesu auf der Spur –
eine Entdeckungsreise mit allen Sinnen!

Der Tod eines Menschen, der mehr war als alles in der Welt…
Der mehr war als alles, woran wir Menschen unser Herz hängen…

Wir verstehen es nicht. Ich verstehe das nicht.
Fassungslos – bin ich. Warum? So frage ich.
Diese Frage stellten die Menschen auch vor 2000 Jahren , nach dem Tod Jesu.

Davon berichtet das Lukasevangelium:
Und siehe, an dem Tag, an dem die Frauen das Grab Jesu leer vorgefunden hatten, waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus,
Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.
Da kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen.
Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten.
Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?
Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.
Doch unsere Hohepriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.
Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.
Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie wa-ren in der Frühe beim Grab,
fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe.
Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben.
Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen?
Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen.
Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken.

Auch heute erlebe ich den Tod eines Angehörigen, eines Freundes. Das Grab ist voller Erin-nerungen. Ich kann es kaum ertragen. So verlasse ich den Ort des Todes. Ist es ein weglaufen vor dem Kreuz? Alles ist doch so sinnlos. Ich stehe vor dem Nichts. Was für die Zukunft ge-plant war, alles ist kaputt, zerschlagen. Nichts ist mehr so, wie es mal war.

Ich finde keinen Menschen, bei dem ich so sein darf – so wie ich bin.
Niemand, der sich mit mir auf den Weg macht, meine Trauer zu erschließen?!

Doch es gibt ebenfalls Betroffene, die ein Stück mitgehen. Mit ihnen kann ich reden, mich auf einen Weg machen – nach Emmaus. Doch wo liegt Emmaus? Finde ich den Weg? Kann ich ihn gehen? Wie weit ist es bis dort?

Plötzlich erhellt sich die eine oder andere Situation auf diesem Weg. Ich erfahre: ich werde verstanden.
Jesus Christus geht unerkannt mit. Er fragt ganz anders als die anderen. Er hilft mir, mich auszudrücken. Er lässt mich Worte finden, Erfahrungen, Empfinden lerne ich auszudrücken. Ihm kann ich mein Herz öffnen.
Er zwingt mich nicht, er geht einfach diesen langen schmerzlichen Weg der Trauer mit, bis ich Antwort in Emmaus; - in meinem Emmaus - gefunden habe.

Jesus, der Christus meines Glaubens, lässt mir Zeit. Er geht nicht für mich, nimmt mir die Anstrengung des langen Weges nicht einfach ab. Er lässt mir Zeit, um zu begreifen, zu ver-stehen, zu erkennen. Jesus Christus begleitet mich. Und dies geschieht im alltäglichen Ge-schehen, - beim Brotbrechen – nicht im Spektakulären.)

Ich bin in „Emmaus“ angekommen.

Und da! Plötzlich brauche ich ihn nicht mehr festhalten.
Ich kann loslassen. – Glauben, Licht, Hoffnung, Zukunft…
Die Augen des Verstehens werden mir neu geöffnet.
Das Kreuz meines Lebens kann ich tragen – ohne zusammen zu brechen – ich kann es an-schauen. Ich kann zurück finden ins Leben, an den Ort des Todes und der Auferstehung.
Aus dem Dunkel ins Licht…